Herzliche Einladung zur nächsten Abteilungsversammlung

Das FiPP (Fortbildungsinstitut für die pädagogische Praxis) e.V. leistet einen wichtigen Beitrag für die soziale Arbeit im Kiez. Das große Haus in der Kluckstraße mag vielen bekannt sein. Mit seinem Garten bietet es Kindern, Jugendlichen und Familien einen Raum für Begegnungen und schafft die Schnittstelle zwischen Schule, Freizeit und Familie im Kiez.

Das generationenübergreifende Gemeinschaftsprojekt zielt auf eine Chancenverbesserung im Bereich Schule, auf die Stärkung der Gesamtpersönlichkeit von Kindern und auf die Förderung eines respektvollen Umgangs miteinander ab.

Diese Ziele sind uns Sozialdemoraten*innen nicht fremd. Wir wollen deshalb die Arbeit des freien Trägers näher kennenlernen und freuen uns darauf, unsere nächste Abteilungsversammlung vor Ort in den Räumen des FiPP e.V. stattfinden zu lassen.

Am Mittwoch, 7. September 2016
ab 19:00 Uhr
im FiPP e.V. Treffpunkt Kluckstraße
Kluckstraße 11, 10785 Berlin

laden wir und unser Gastgeber FiPP e.V. sehr herzlich zu unserer nächsten Abteilungsversammlung ein.

TOP:

19:00 Uhr – Führung durch Räume des FiPP mit Barbara Tennstedt (FiPP e.V.)
19:30 Uhr – Vorstellung der Arbeit des FiPP e.V. durch Barbara Tennstedt (Vorstandsmitglied FiPP e.V.) mit anschließender Diskussionsrunde
20:30 Uhr – Bericht aus dem Vorstand

Ab 21 Uhr besteht die Möglichkeit zu einem informellen Austausch in der
Joseph-Roth-Diele, Potsdamer Str. 75, 10785 Berlin.

 

Rattenplage auf Spielplätzen in unserem Kiez

Der neugestaltete Spielplatz an der Kurfürstenstraße 53 bleibt ab Mittwoch für mehrere Wochen geschlossen. Der Grund ist die Schädlingsbekämpfung. Auf diesem, genauso wie auf dem Lützowplatz und dem Magdeburger Platz, gibt es Probleme mit Ratten. Wie der Bezirk auf seiner Seite mitteilt, werden die Tiere in den nächsten Wochen durch Kammerjäger bekämpft. Grund für die Rattenvermehrung könnten illegale Tierfütterungen sein. Gerade dort, wo Enten, Schwäne oder andere Vögel gefüttert werden, bleiben häufig Nahrungsreste übrig, die die Nager anziehen.

Die Sternstunde Europas

Der Ausgang des Referendums über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union hat viele Beobachter*innen, und im Übrigen auch die Buchmacher*innen, überrascht. Der häufigste Begriff in diesem Zusammenhang war der Schock. Die Börse brach ein, das britische Pfund verlor gewaltig an Wert und das Königreich bröckelt allmählich – und Europa gleich mit?

David Cameron hat sich gewaltig verzockt. Um seine innerparteilichen Kritiker*innen in die Schranken zu weisen, veranlasste David Cameron ein Referendum über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU. Dabei nutzte der Premier gleichzeitig die Gelegenheit – wieder einmal – der EU mit der Pistole an der Schläfe Sonderbedingungen abzuringen. Und wieder einmal gab die Europäische Union nach, ließ Premier Cameron und sein Land gewähren. Doch das ist nun vorbei – Cameron schaffte es nicht, nachdem er zunächst für den Austritt geworben hat, die Bevölkerung von Europa und für den Verbleib des Landes in diesem zu überzeugen.

Zu emotionslos, zu begrenzt und zu eindimensional

Oft wird in dieser Diskussion verkannt, dass das Vereinigte Königreich bereits seit etlichen Jahren mit der Europäischen Union auf Konfrontationskurs steht, Personen wie Nigel Farage sind hierbei nur ein Beispiel. Die EU wurde als Bürokratiemonster gezeichnet und diente als Projektionsfläche für allerlei heimisches Unvermögen. Wer jahrelang mit dem Finger auf Brüssel zeigt, um eigene Probleme zu verlagern, sollte sich nicht wundern, dass eine lieblose Bremain-Kampagne nicht ausreicht, um die Bevölkerung von und für Europa zu begeistern. Kommunikationswissenschaftler*innen machten während des Wahlkampfes bereits bewusst, dass der Brexit ein ernsthafter Ausgang des Referendums sein könnte. Zu emotionslos, zu begrenzt und zu eindimensional war die Kampagne der Befürworter*innen des Verbleibs Großbritanniens in der EU. Nur unzureichend wurden die zweifelhaften Argumente der gegnerischen Kampagne aufgenommen und debattiert. Positivbeispiele wurden kaum genannt.

Das Vereinigte Königreich auf wackeligen Beinen

Nun ist es wahr. Eine Mehrheit der Bevölkerung, vor allem aber eine Mehrheit einst überzeugter Europäer*innen, entschied sich für den Austritt aus der EU. Cameron blieb nichts anders als seinen Hut zu nehmen. Überraschend tat ihm Boris Johnson, der quirlige Frontmann der Brexit-Kampagne, gleich und verzichtete auf den Umzug in die Downing Street 10. Selbst Nigel Farage packt seinen Schreibtisch im Europäischen Parlament. Die Schotten und Nord-Iren äußerten bereits ihr Begehren, ein erneutes Unabhängigkeitsreferendum abzuhalten, um in der EU zu verbleiben. Die Labour-Partei, aber auch die Tories, verlieren sich in der Phase der Unsicherheit und Instabilität in Machtkämpfen. Die Jugend rebelliert und bereut, nicht noch entschlossener für den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union gestimmt zu haben. Die Insel steht auf wackeligen Beinen.

Ich glaube dennoch, dass dies die Sternstunde Europas werden kann. Der drohende Brexit sollte ein Wachrüttler für unser Europa sein. Nur wenn es Europa schafft, stärker aus dieser Krise hervorzukommen, kann sie überleben. Wir leben in Zeiten der globalen Instabilität und einer sich massiv wandelnden globalen Ordnung. Alte Supermächte machen Platz für neue. Ohne ein solidarisches Europa verliert unser ganzer Kontinent an Bedeutung. Machten wir 1950 noch mehr als 20 Prozent der Weltbevölkerung aus, so sind es nun gerade einmal etwas mehr als 10 Prozent. Unser Kontinent ist, demographisch betrachtet, der einzige, der schrumpft.

Die Zukunft Europas

Deshalb muss Europa besser werden: Wir müssen den Europäer*innen vermitteln, dass eine Zukunft nur im Miteinander steckt. Dazu gehören aber auch Mitspracherecht und Transparenz in der EU. Die Interaktion mit der europäischen Bevölkerung muss sich verbessern – es müssen Kanäle geschaffen werden, die einen europäischen Zugang zu und damit Teilhabe an gesellschaftlichen Fragestellungen ermöglichen. Wir müssen eine gemeinsame außenpolitische Linie finden, um gemeinsam gewichtiger und entschlossener aufzutreten. Transparenz muss ebenfalls gewährleistet werden, denn die Europäer*innen möchten wissen, wer was und wie entscheidet. Tuen wir dies nicht, so schaffen wir Intransparenz und beflügeln damit Politiker*innen, die die Schuld stets auf Brüssel schieben. Außerdem wird es Zeit für eine Währungsunion, die – wenn schon wirtschaftlich ungleich konzipiert – über höhere fiskale Freiheitsgrade verfügt, um auf Krisen flexibler reagieren zu können. Diese Punkte sind zentral und entscheiden über das Vorankommen der Europäischen Union. Mit dem Vereinigten Königreich geht sicherlich ein wichtiges EU-Land, doch womöglich schafft es die EU ohne das Vereinigte Königreich auch schneller, sich einem umfangreichen Modernisierungsprogramm zu unterziehen.

Ein Gastkommentar von Asif Halilovic, Mitglied des Vorstands SPD Tiergarten-Süd